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Was ist Proxmox VE Installation VM vs. Container Storage CLI-Befehle Cluster & Backup Best Practices

Was ist Proxmox VE

Eine offene Virtualisierungsplattform als Alternative zu vSphere & Hyper-V.

Proxmox Virtual Environment (PVE) ist eine quelloffene Virtualisierungsplattform auf Basis von Debian GNU/Linux. Sie vereint zwei Technologien unter einer Weboberfläche:

  • KVM/QEMU für vollwertige virtuelle Maschinen (jedes Gast-OS, auch Windows)
  • LXC für leichtgewichtige Linux-Container

Verwaltet wird alles zentral über eine HTML5-Weboberfläche (Port 8006) oder die CLI. Proxmox VE ist kostenlos und quelloffen (AGPLv3); optional gibt es ein kostenpflichtiges Support-Abo mit Zugang zum stabilen Enterprise-Repository. Integriert sind bereits Cluster-Fähigkeit, Software-Firewall, ZFS und ein Backup-System.

Installation

Zwei Wege zum fertigen Host.

Per ISO-Installer (empfohlen)

Das offizielle Proxmox-VE-ISO von proxmox.com herunterladen, auf einen USB-Stick schreiben und den Server davon booten. Der Installer bringt Debian und alle Komponenten mit, fragt Ziel-Datenträger (inkl. optionalem ZFS-RAID), Netzwerk und root-Passwort ab. Nach dem Neustart ist die Oberfläche unter https://<host-ip>:8006 erreichbar.

Auf bestehendem Debian

Alternativ lässt sich PVE auf einer minimalen Debian-Installation (passende Version) nachrüsten, indem man das Proxmox-Repository und den Kernel hinzufügt und das Paket proxmox-ve installiert.

⚠️
Enterprise- vs. No-Subscription-Repo: Nach der Installation ist das kostenpflichtige Enterprise-Repository aktiv, ohne Abo schlagen Updates mit Fehler „401 Unauthorized" fehl. Für Umgebungen ohne Support-Abo das Enterprise-Repo deaktivieren und das kostenlose No-Subscription-Repository aktivieren. Für Produktion mit maximaler Stabilität ist das Enterprise-Repo (getestete Pakete) vorzuziehen.

VMs (KVM) vs. Container (LXC)

Zwei Virtualisierungsarten mit unterschiedlichem Einsatzzweck.

MerkmalVM (KVM/QEMU)Container (LXC)
VirtualisierungVollvirtualisierung (eigener Kernel)OS-Level, teilt den Host-Kernel
Gast-BetriebssystemBeliebig (Linux, Windows, BSD)Nur Linux
OverheadHöher (voller virtueller Rechner)Sehr gering
StartzeitSekunden bis Minuten (Boot)Nahezu sofort
IsolationStark (Hardware-Ebene)Schwächer (Kernel geteilt)
Live-MigrationJa (online)Neustart-Migration (offline)
EinsatzzweckWindows, Appliances, starke IsolationViele schlanke Linux-Dienste, hohe Dichte
💡
Faustregel: LXC für schlanke Linux-Dienste, bei denen Effizienz und Dichte zählen; KVM-VM, wenn ein Nicht-Linux-Gast, ein eigener Kernel oder starke Isolation gebraucht wird.

Storage-Typen

Proxmox unterscheidet je Storage, ob dort Disk-Images, Container oder Backups liegen dürfen.

local & local-lvm

Standardmäßig eingerichtet: local (Verzeichnis-Storage) hält ISOs, Templates und Backups; local-lvm (LVM-Thin) speichert die Disk-Images der VMs und Container als Thin-Provisioned Volumes. Beides ist lokal pro Host.

LVM / LVM-Thin

Block-Storage auf Basis des Logical Volume Managers. LVM-Thin unterstützt Thin Provisioning und Snapshots und ist der übliche lokale Block-Speicher für VM-Disks.

ZFS

Copy-on-Write-Dateisystem mit Software-RAID, Prüfsummen, Kompression und schnellen Snapshots, direkt in Proxmox integriert. Ideal für Datenintegrität und lokale Snapshots; braucht ausreichend RAM (ARC-Cache).

Ceph & Netzwerk-Storage

Ceph ist ein verteilter, hochverfügbarer Shared Storage über mehrere Cluster-Knoten, die Basis für HA ohne zentrales SAN. Daneben lassen sich NFS- und iSCSI-Ziele einbinden, um Storage clusterweit gemeinsam zu nutzen.

Wichtige CLI-Befehle

Auf dem Host per SSH, qm für VMs, pct für Container, pvesm für Storage.

VMs verwalten mit qm

# Alle VMs mit Status auflisten qm list # VM starten / sauber herunterfahren / stoppen qm start 100 qm shutdown 100 qm stop 100 # Snapshot anlegen und Konfiguration ansehen qm snapshot 100 vor-update qm config 100

Container verwalten mit pct

# Container auflisten und steuern pct list pct start 200 pct shutdown 200 # In einen laufenden Container einsteigen pct enter 200

Storage verwalten mit pvesm

# Konfigurierte Storages und ihren Status anzeigen pvesm status # Inhalte eines Storage auflisten (Images, Backups, ISOs) pvesm list local

Cluster & Backup

Mehrere Knoten verbinden und Daten sichern.

Cluster

Mehrere Proxmox-Hosts lassen sich zu einem Cluster zusammenfassen, zentrale Verwaltung über eine Oberfläche, gemeinsame Konfiguration und, mit Shared Storage (Ceph/NFS), Live-Migration und Hochverfügbarkeit (HA). Für stabile Quoren werden mindestens drei Knoten (oder ein Qdevice als Tiebreaker) empfohlen.

Cluster anlegen & beitreten

# Auf dem ersten Knoten den Cluster erstellen pvecm create mein-cluster # Auf weiteren Knoten beitreten pvecm add <ip-des-ersten-knotens> # Cluster-Status und Quorum prüfen pvecm status

Backup

Integriert sichert vzdump ganze VMs und Container (planbar über die Weboberfläche). Für Produktion empfiehlt sich der separate Proxmox Backup Server (PBS): deduplizierende, inkrementelle Backups mit Kompression, Verschlüsselung und Integritätsprüfung, als Ziel-Storage direkt in PVE eingebunden.

💡
Snapshots ersetzen kein Backup: Sie liegen auf demselben Storage. Für eine belastbare Sicherungsstrategie den Backup-Leitfaden (3-2-1-Regel) beachten.

Best Practices

Empfehlungen für den stabilen Betrieb.

  • Passendes Repository wählen: Enterprise-Repo für Produktion (getestete Pakete), No-Subscription für Labor/Homelab, nie beide gleichzeitig aktiv.
  • ZFS mit Bedacht: ausreichend RAM für den ARC-Cache einplanen und Consumer-SSDs ohne Power-Loss-Protection meiden.
  • Netz trennen: für Cluster-Kommunikation (Corosync) ein eigenes, latenzarmes Netz nutzen, getrennt vom Storage- und VM-Verkehr.
  • Backups automatisieren und testen: geplante vzdump-/PBS-Jobs plus regelmäßige Test-Restores.
  • HA nur mit Shared Storage: Hochverfügbarkeit setzt gemeinsamen Speicher (Ceph/NFS) und ein stabiles Quorum voraus.
  • Updates regelmäßig einspielen, die Weboberfläche zeigt verfügbare Aktualisierungen pro Knoten an.