Die 3-2-1-Regel, Backup-Tools im Vergleich und Praxistipps für den KMU-Alltag.
Der Goldstandard für Backup-Strategien – einfach zu merken, schwer zu ignorieren.
Die Regel ist bewusst einfach gehalten. In der Praxis bedeutet das z.B.: tägliches Backup auf ein lokales NAS, plus eine wöchentliche Kopie in die Cloud oder auf einen USB-Datenträger, der außer Haus aufbewahrt wird. So sind Sie selbst bei einem Totalausfall des Standorts abgesichert.
Vollbackup: Sichert alle Daten komplett. Braucht am meisten Speicher und Zeit, ist aber am einfachsten wiederherzustellen.
Inkrementell: Sichert nur die Änderungen seit dem letzten Backup (egal ob Voll oder Inkrementell). Schnell und platzsparend, aber die Wiederherstellung braucht die komplette Kette.
Differentiell: Sichert alle Änderungen seit dem letzten Vollbackup. Kompromiss aus Geschwindigkeit und einfacher Wiederherstellung.
Die gängigsten Lösungen für Windows-Server-Umgebungen.
| Kriterium | Windows Server Backup | Veeam Backup & Replication | Acronis Cyber Protect |
|---|---|---|---|
| Kosten | Kostenlos | Community Free / ab ~400€ | Ab ~50€/Server/Monat |
| Hyper-V / VM-Support | Einfach (ganze VMs) | Sehr gut – CBT, Replikation | Gut |
| Bare-Metal-Restore | Ja | Ja | Ja |
| Inkrementelle Backups | Nein (nur Block-Level) | Ja – Forever Incremental | Ja |
| Cloud-Ziel | Nein | Ja – S3, Azure, etc. | Ja – Acronis Cloud |
| Granulare Wiederherstellung | Eingeschränkt | Einzelne Dateien, AD-Objekte, Exchange Items | Einzelne Dateien |
| Komplexität | Niedrig | Mittel | Mittel |
| Empfehlung | Einzelne Server, kleines Budget | KMU mit VMs, professionelle Umgebung | All-in-One mit Security |
Das eingebaute Backup-Tool von Windows Server – kostenlos, solide, aber mit Einschränkungen.
Sichert den gesamten Server (System State + alle Volumes) auf eine SMB-Freigabe.
Backup täglich um 22:00 Uhr über wbadmin ausführen.
Regelmäßig durchgehen – am besten monatlich oder nach jeder Änderung an der Infrastruktur.
• Backup-Jobs erfolgreich abgeschlossen? (E-Mail-Benachrichtigung einrichten!)
• Fehlermeldungen im Backup-Log prüfen
• Speicherplatz auf dem Backup-Ziel ausreichend?
• Offsite-Kopie aktuell? (USB-Datenträger tauschen oder Cloud-Sync prüfen)
• Backup-Größe plausibel? (plötzliche Sprünge deuten auf Probleme hin)
• Testweise Wiederherstellung durchführen – ein Backup ist nur so gut wie der letzte erfolgreiche Restore
• Neue Server/Dienste ins Backup aufgenommen?
• Aufbewahrungsfristen noch passend?
• Backup-Strategie insgesamt bewerten – passt sie noch zur aktuellen Infrastruktur?
• Disaster-Recovery-Plan dokumentiert und aktuell?
• Wiederherstellungszeiten (RTO) und Datenverlust-Toleranz (RPO) mit der Geschäftsführung abgestimmt?