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3-2-1-Regel Tools im Vergleich Windows Server Backup Checkliste

Die 3-2-1-Regel

Der Goldstandard für Backup-Strategien – einfach zu merken, schwer zu ignorieren.

3
Kopien
Mindestens drei Kopien Ihrer Daten – das Original plus zwei Backups.
2
Medien
Auf mindestens zwei verschiedenen Speichermedien (z.B. NAS + Band oder NAS + Cloud).
1
Offsite
Mindestens eine Kopie außerhalb des Standorts – gegen Brand, Einbruch oder Wasserschaden.

Die Regel ist bewusst einfach gehalten. In der Praxis bedeutet das z.B.: tägliches Backup auf ein lokales NAS, plus eine wöchentliche Kopie in die Cloud oder auf einen USB-Datenträger, der außer Haus aufbewahrt wird. So sind Sie selbst bei einem Totalausfall des Standorts abgesichert.

Backup-Arten im Überblick

Vollbackup: Sichert alle Daten komplett. Braucht am meisten Speicher und Zeit, ist aber am einfachsten wiederherzustellen.

Inkrementell: Sichert nur die Änderungen seit dem letzten Backup (egal ob Voll oder Inkrementell). Schnell und platzsparend, aber die Wiederherstellung braucht die komplette Kette.

Differentiell: Sichert alle Änderungen seit dem letzten Vollbackup. Kompromiss aus Geschwindigkeit und einfacher Wiederherstellung.

Backup-Tools im Vergleich

Die gängigsten Lösungen für Windows-Server-Umgebungen.

Kriterium Windows Server Backup Veeam Backup & Replication Acronis Cyber Protect
Kosten Kostenlos Community Free / ab ~400€ Ab ~50€/Server/Monat
Hyper-V / VM-Support Einfach (ganze VMs) Sehr gut – CBT, Replikation Gut
Bare-Metal-Restore Ja Ja Ja
Inkrementelle Backups Nein (nur Block-Level) Ja – Forever Incremental Ja
Cloud-Ziel Nein Ja – S3, Azure, etc. Ja – Acronis Cloud
Granulare Wiederherstellung Eingeschränkt Einzelne Dateien, AD-Objekte, Exchange Items Einzelne Dateien
Komplexität Niedrig Mittel Mittel
Empfehlung Einzelne Server, kleines Budget KMU mit VMs, professionelle Umgebung All-in-One mit Security

Windows Server Backup

Das eingebaute Backup-Tool von Windows Server – kostenlos, solide, aber mit Einschränkungen.

Feature installieren

Install-WindowsFeature Windows-Server-Backup -IncludeManagementTools

Vollständiges Server-Backup auf ein Netzlaufwerk

Sichert den gesamten Server (System State + alle Volumes) auf eine SMB-Freigabe.

# Backup-Policy erstellen $policy = New-WBPolicy $volume = Get-WBVolume -AllVolumes Add-WBVolume -Policy $policy -Volume $volume Add-WBSystemState -Policy $policy # Netzwerkziel setzen $cred = Get-Credential $target = New-WBBackupTarget -NetworkPath "\\NAS\Backup\Server01" -Credential $cred Add-WBBackupTarget -Policy $policy -Target $target # Backup starten Start-WBBackup -Policy $policy

Tägliches Backup per Aufgabenplanung

Backup täglich um 22:00 Uhr über wbadmin ausführen.

wbadmin enable backup -addtarget:\\NAS\Backup\Server01 -schedule:22:00 -allCritical -systemState -quiet

Backup-Status prüfen

# Letztes Backup anzeigen wbadmin get status # Alle gespeicherten Backups auflisten wbadmin get versions

Backup-Checkliste

Regelmäßig durchgehen – am besten monatlich oder nach jeder Änderung an der Infrastruktur.

Tägliche Prüfung

• Backup-Jobs erfolgreich abgeschlossen? (E-Mail-Benachrichtigung einrichten!)

• Fehlermeldungen im Backup-Log prüfen

• Speicherplatz auf dem Backup-Ziel ausreichend?

Wöchentliche Prüfung

• Offsite-Kopie aktuell? (USB-Datenträger tauschen oder Cloud-Sync prüfen)

• Backup-Größe plausibel? (plötzliche Sprünge deuten auf Probleme hin)

Monatliche Prüfung

• Testweise Wiederherstellung durchführen – ein Backup ist nur so gut wie der letzte erfolgreiche Restore

• Neue Server/Dienste ins Backup aufgenommen?

• Aufbewahrungsfristen noch passend?

Jährliche Prüfung

• Backup-Strategie insgesamt bewerten – passt sie noch zur aktuellen Infrastruktur?

• Disaster-Recovery-Plan dokumentiert und aktuell?

• Wiederherstellungszeiten (RTO) und Datenverlust-Toleranz (RPO) mit der Geschäftsführung abgestimmt?

⚠️
Goldene Regel: Ein Backup, das nie getestet wurde, ist kein Backup. Planen Sie mindestens einmal im Quartal einen Test-Restore ein – idealerweise auf einer isolierten Umgebung.