Was im Ernstfall zu tun ist und was auf keinen Fall. Schritt für Schritt.
Die ersten Minuten entscheiden über das Ausmaß. Ruhe bewahren, isolieren, dokumentieren.
Die häufigsten Fehler, die den Schaden vergrößern oder Beweise vernichten.
Verstehen, was passiert ist, bevor wiederhergestellt wird.
Finden Sie das erste kompromittierte System und den Einstiegspunkt. Typische Einfallstore:
Log-Quellen: Windows-Eventlogs (Anmeldungen 4624/4625, Prozesse 4688), Firewall-/VPN-Logs, EDR/AV-Meldungen, Sysmon. Zeitstempel der ersten Verschlüsselung rückverfolgen.
krbtgt, nach Anleitung, ggf. zweifach).Bei größeren Vorfällen: spezialisierte Incident-Response / Forensik hinzuziehen, bevor Beweise verloren gehen.
Sauber und in der richtigen Reihenfolge, erst härten, dann wieder ans Netz.
Nur aus einem nachweislich sauberen Backup wiederherstellen, idealerweise offline oder unveränderbar (immutable) und aus der Zeit vor der Kompromittierung (Patient-Zero-Zeitpunkt, nicht nur vor der Verschlüsselung). Wiederherstellung möglichst in einer isolierten, neu aufgesetzten oder gründlich bereinigten Umgebung.
Fristen laufen sofort, im Ernstfall parallel zur technischen Bearbeitung prüfen.
Meldung lieber vorsorglich und mit dem bekannten Stand („laufende Untersuchung") als zu spät, Details dürfen nachgereicht werden. Interne Meldekette und Vorlagen sollten vor dem Ernstfall bereitliegen. Konkrete Rechtsfragen mit Datenschutzbeauftragtem / Anwalt klären.
Der beste Notfall ist der, der nicht eintritt. Die wirksamsten Hebel im Überblick.