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Frequenzbänder Kanäle & Breite Sendeleistung & Platzierung Sicherheit Performance Troubleshooting

Frequenzbänder

2,4, 5, 6 GHz: der Kompromiss aus Reichweite und Durchsatz.

WLAN nutzt drei Bänder. Grundregel: je höher die Frequenz, desto mehr Durchsatz, aber weniger Reichweite und Wanddurchdringung.

  • 2,4 GHz: große Reichweite, geht gut durch Wände, aber nur wenige, überlappende Kanäle und stark überfüllt (Bluetooth, Mikrowellen, Nachbar-WLANs). Für IoT, Außenbereiche und alte Geräte.
  • 5 GHz: deutlich mehr freie Kanäle, hoher Durchsatz, geringere Reichweite. Das Arbeitspferd für Notebooks und moderne Clients.
  • 6 GHz (Wi-Fi 6E / Wi-Fi 7): sehr viel freies Spektrum, kaum Störer, sehr hoher Durchsatz, aber geringste Reichweite und nur von neuen Geräten unterstützt. Ideal für dichte, moderne Umgebungen.

Praxis: 2,4 GHz nur für Abdeckung und Legacy-Geräte betreiben, den Hauptverkehr auf 5 GHz (und 6 GHz, wo vorhanden) legen.

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Der Standardname (Wi-Fi 4/5/6/6E/7) sagt etwas über die Technik (802.11n/ac/ax/be), das Band ist davon unabhängig. Ein Wi-Fi-6-AP funkt auf 2,4 und 5 GHz, ein Wi-Fi-6E-AP zusätzlich auf 6 GHz.

Kanäle & Kanalbreite

Die wichtigste Stellschraube gegen Interferenz, besonders auf 2,4 GHz.

2,4 GHz: nur 1, 6 und 11

Im 2,4-GHz-Band überlappen sich benachbarte Kanäle. Nur die Kanäle 1, 6 und 11 sind überlappungsfrei. Alles andere (2–5, 7–10) erzeugt Co-Channel-Interferenz und verschlechtert das gesamte Band, auch für die Nachbarn. Deshalb hier immer 20 MHz Kanalbreite und ausschließlich 1/6/11 verwenden.

Band Kanalbreite Kanäle (DE) Empfehlung
2,4 GHz 20 MHz 1, 6, 11 Pflicht, nie 40 MHz
5 GHz 20 / 40 MHz 36–48 (nicht-DFS) Robust, dichte AP-Umgebung
5 GHz 80 MHz 52–140 (DFS) Nur wenige APs, DFS beachten
5 GHz 160 MHz DFS-abhängig Selten sinnvoll, zu wenig freie Kanäle
6 GHz 80 / 160 MHz viele (PSC-Kanäle) Großzügig, Spektrum ist frei

Kanalbreite: breiter ≠ besser

Eine größere Kanalbreite (40/80/160 MHz) erhöht den maximalen Durchsatz eines einzelnen Clients, verbraucht aber mehr Spektrum und erhöht die Kollisionswahrscheinlichkeit mit anderen APs. In Umgebungen mit mehreren Access Points gilt: lieber schmalere Kanäle (20/40 MHz auf 5 GHz), dafür überlappungsfrei. Breite Kanäle lohnen nur, wenn genügend freies Spektrum vorhanden ist, also eher 6 GHz.

DFS (Dynamic Frequency Selection): Die Kanäle 52–140 teilt sich WLAN mit Radar. Erkennt der AP ein Radarsignal, muss er den Kanal wechseln, Clients trennen kurz. In der Nähe von Flughäfen/Wetterradar DFS-Kanäle meiden.

Sendeleistung & AP-Platzierung

Mehr Leistung ist nicht mehr Abdeckung, Planung schlägt Watt.

Nicht auf Maximum drehen

Ein häufiger Fehler: die Sendeleistung („TX Power") auf Maximum stellen. Das vergrößert zwar die Reichweite des APs, aber die Clients (Handys, Notebooks) funken schwächer zurück, das Ergebnis ist ein „hörender, aber taubes Gegenüber". Zudem stören sich benachbarte APs auf demselben Kanal. Besser: mittlere Leistung, dafür mehr APs mit gezielter Abdeckung.

Platzierung & Roaming

  • Überlappung planen: ca. 15–20 % Überlappung zwischen benachbarten APs, damit Roaming sauber funktioniert, aber nicht zu viel (Co-Channel-Interferenz).
  • APs zentral und offen montieren: an der Decke oder hoch an der Wand, nicht im Serverschrank oder hinter Metall/Beton.
  • Nachbar-APs auf verschiedene Kanäle: benachbarte Access Points nie auf demselben Kanal betreiben (Kanal-Planung 1/6/11 bzw. 5-GHz-Kanäle rotieren).
  • Fast Roaming (802.11r/k/v): für nahtlosen Wechsel zwischen APs aktivieren, wichtig bei VoIP über WLAN. Bei Kompatibilitätsproblemen mit alten Geräten selektiv testen.
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Vor der Installation lohnt ein Site Survey (Ausleuchtungsplanung). Nachträglich mit einer WLAN-Analyse-App die reale Signalstärke und Störer prüfen, Zielwert im Nutzbereich mindestens −67 dBm für stabile Verbindungen, für VoIP eher −65 dBm.

Sicherheit

WPA3 statt Altlasten, und Gäste konsequent trennen.

Verschlüsselung

  • WPA3 (bzw. WPA2/WPA3-Mixed): aktueller Standard. WPA3-Personal (SAE) schützt auch gegen Offline-Brute-Force auf mitgeschnittene Handshakes. Mixed-Mode für Abwärtskompatibilität, bis alle Clients WPA3 können.
  • WPA2-AES (CCMP): Mindeststandard, noch verbreitet, aber ohne SAE-Schutz. TKIP niemals mehr verwenden.
  • WEP und WPS: abgeschaltet lassen. WEP ist in Minuten geknackt, WPS-PIN ist per Brute-Force angreifbar.

Gäste-WLAN & 802.1X

Separates Gäste-WLAN: eigene SSID in einem isolierten VLAN, nur Internet, keine internen Netze (siehe UniFi Setup & VLAN). Client-Isolation aktivieren, damit Gäste sich nicht gegenseitig sehen.

802.1X (WPA-Enterprise): statt eines gemeinsamen Passworts authentifiziert sich jeder Nutzer/jedes Gerät einzeln über einen RADIUS-Server (z. B. Windows NPS). Vorteile: individueller Widerruf, kein „geleaktes" WLAN-Passwort, dynamische VLAN-Zuweisung. Für Unternehmensnetze ab mittlerer Größe empfehlenswert.

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Ein WLAN-Passwort, das im Umlauf ist, lässt sich nur durch Ändern (und damit Neu-Verteilen an alle) zurückziehen. Genau das löst 802.1X, oder pragmatisch: das Gäste-Passwort regelmäßig wechseln und per QR-Code bereitstellen.

Performance-Tipps

Kleine Einstellungen mit großer Wirkung auf die Luftschnittstelle.

  • Band Steering: schiebt fähige Clients vom überfüllten 2,4-GHz- aufs 5-GHz-Band. Gleiche SSID für beide Bänder verwenden, damit Steering greifen kann.
  • Mindest-Datenrate anheben: niedrige Basisraten (1/2/5,5 Mbit/s auf 2,4 GHz) deaktivieren. Das entfernt „lauteste, langsamste" Frames aus der Luft, drängt weit entfernte Clients zum Roaming und erhöht die Gesamt-Effizienz (Airtime).
  • Airtime Fairness: verhindert, dass ein langsamer Client (z. B. altes 2,4-GHz-Gerät) die Sendezeit blockiert und alle anderen ausbremst.
  • Ungenutzte SSIDs abschalten: jede SSID sendet Beacons und kostet Airtime. Drei bis vier SSIDs sind das Maximum, das man ausstrahlen sollte.
  • Kabel statt Funk, wo möglich: stationäre Geräte (Drucker, Desktops, TVs) per LAN anbinden, das entlastet die Luftschnittstelle für die mobilen Clients.

Troubleshooting

Wenn das WLAN klemmt, die häufigsten Ursachen zuerst.

Interferenz & Störer

  • Mit einer WLAN-Analyse (Kanal-Scan) prüfen, wie viele Fremd-APs auf demselben Kanal funken. Auf 2,4 GHz ist der Kanal fast immer das Problem.
  • Nicht-WLAN-Störer bedenken: Mikrowellen, DECT-Telefone, Bluetooth, Funk-Kameras (alle 2,4 GHz), auf 5 GHz Radar (DFS).

Ausleuchtung & Signal

  • „Verbindet, aber langsam": meist zu schwaches Signal oder ein zu großer Client-Abstand. Signalstärke am Problemort messen (Ziel ≥ −67 dBm).
  • „Bricht beim Gehen ab": Roaming-Problem, Überlappung/Fast-Roaming prüfen, TX-Power der APs nicht zu hoch.
  • „Nur an einer Stelle schlecht": Funkloch, zusätzlicher AP statt mehr Sendeleistung.

Kapazität

  • Viele Clients pro AP (Meetingraum, Schulung): 6 GHz / mehr APs mit kleineren Zellen statt eines starken APs. Ein AP schafft praktisch nur eine begrenzte Zahl aktiver Clients performant.
🧭
Systematisch vorgehen: erst Band/Kanal prüfen (Interferenz), dann Signalstärke (Ausleuchtung), dann Client-Zahl (Kapazität). Die meisten „WLAN ist schlecht"-Fälle sind ein überfülltes 2,4-GHz-Band oder ein einzelner AP, der zu viel abdecken soll.