Wie Namensauflösung funktioniert, alle Record-Typen als Referenz und die Fehlersuche.
Vom Namen zur IP, die verteilte Datenbank des Internets.
DNS übersetzt Namen (www.example.com) in IP-Adressen. Der Client fragt seinen rekursiven Resolver (z. B. den DNS-Server im Router oder einen internen DNS). Dieser übernimmt die ganze Arbeit und liefert am Ende die fertige Antwort zurück, das ist die rekursive Abfrage.
Der Resolver selbst arbeitet iterativ: Er fragt sich von oben durch die Hierarchie:
.com), kennt die autoritativen Nameserver der Domain.example.com), liefert den tatsächlichen Record.Jede Ebene verweist auf die nächste, bis der autoritative Server die verbindliche Antwort gibt.
Damit nicht jede Anfrage die ganze Kette durchläuft, wird jede Antwort zwischengespeichert (Caching). Wie lange, bestimmt die TTL (Time To Live) in Sekunden, die im Record hinterlegt ist:
Wichtig: Der Resolver und das Betriebssystem cachen unabhängig. Nach einer Änderung sieht man Altes oft noch aus dem lokalen Cache, daher beim Testen den Cache leeren (siehe Fehlersuche).
Die Bausteine einer DNS-Zone, jeder Typ mit Zweck und Beispiel.
| Typ | Zweck | Beispiel |
|---|---|---|
| A | Name → IPv4-Adresse | www.example.com. A 203.0.113.10 |
| AAAA | Name → IPv6-Adresse | www.example.com. AAAA 2001:db8::10 |
| CNAME | Alias auf einen anderen Namen (nie am Zone-Apex, nie neben anderen Records) | shop.example.com. CNAME www.example.com. |
| MX | Mailserver der Domain, mit Priorität (kleinere Zahl = höher) | example.com. MX 10 mail.example.com. |
| TXT | Freitext, u. a. SPF, DKIM, DMARC, Domain-Verifizierung | example.com. TXT "v=spf1 mx -all" |
| NS | Autoritative Nameserver der Zone / Delegation | example.com. NS ns1.provider.net. |
| SOA | Start of Authority, Zonen-Metadaten (Primary-NS, Serial, Refresh, TTL) | example.com. SOA ns1… hostmaster… (Serial …) |
| PTR | Reverse-Lookup: IP → Name (in in-addr.arpa / ip6.arpa) |
10.113.0.203.in-addr.arpa. PTR mail.example.com. |
| SRV | Dienst-Lokalisierung (Protokoll, Port, Ziel), z. B. AD, SIP, XMPP | _sip._tcp.example.com. SRV 10 5 5060 sip.example.com. |
| CAA | Legt fest, welche CA Zertifikate für die Domain ausstellen darf | example.com. CAA 0 issue "letsencrypt.org" |
example.com) stehen, weil dort schon SOA/NS liegen. Provider bieten dafür „ALIAS"/„ANAME"-Records an.mail.example.com.), sonst wird die Zone angehängt.Records erzeugen und Mail-Records prüfen: siehe die Tools DNS-Record-Generator und DNS-Lookup.
Warum drinnen andere Antworten kommen als draußen, Split-Horizon.
Beim Split-Horizon-DNS liefert der Server je nach Herkunft der Anfrage unterschiedliche Antworten. Beispiel: portal.firma.de löst intern auf die private LAN-IP (10.0.30.20) auf, extern auf die öffentliche IP der Firewall. So erreichen interne Clients den Dienst direkt, ohne den Umweg über das Internet („Hairpin/NAT-Loopback"), und die interne Struktur bleibt außen verborgen.
In Windows-Domänen ist DNS die Grundlage von Active Directory: Domänencontroller registrieren ihre Dienste über SRV-Records (z. B. _ldap._tcp.dc._msdcs.firma.local), die Clients zur DC-Lokalisierung nutzen. Wichtig:
Auflösung gezielt prüfen, nslookup, Resolve-DnsName und dig.
Schneller Standard-Check. Wichtig: einen bestimmten Server gezielt abfragen, um Caching zu umgehen.
Moderner und skriptfreundlicher als nslookup, umgeht optional den lokalen Cache.
Das Standardwerkzeug für DNS-Analyse. +short für knappe Ausgabe, +trace folgt der Delegation von der Root an.
ipconfig /flushdns bzw. Clear-DnsClientCache) und den Resolver-Cache berücksichtigen. Mit @server bzw. -Server gezielt am autoritativen NS gegenprüfen.Antworten absichern und Anfragen verschlüsseln.
DNSSEC signiert DNS-Einträge kryptografisch. Ein validierender Resolver kann so prüfen, dass eine Antwort wirklich vom zuständigen autoritativen Server stammt und unterwegs nicht manipuliert wurde (Schutz gegen Cache-Poisoning/Spoofing). DNSSEC verschlüsselt nicht, es garantiert nur Echtheit und Unversehrtheit. Die Vertrauenskette läuft über DS-Records vom Parent zur Zone (Chain of Trust bis zur Root).
Im Firmennetz DoH auf Clients meist gezielt deaktivieren, damit die Auflösung über den kontrollierten internen DNS läuft. DNSSEC dagegen kann man serverseitig aktivieren, ohne die Clients zu ändern.